Praxis der Achtsamkeit
- Schließe die Augen und atme ganz ruhig ein und aus.
- Sollte ein Geräusch an dein Ohr dringen, akzeptiere einfach, dass es auftritt. Es darf da sein, genau wie die Luft, die du einatmest.
- Lenke nun deine Aufmerksamkeit bewusst auf deinen Atem – ganz leicht und selbstverständlich. Dazu ist keine Anstrengung nötig.
- Folge nun ruhig und gelassen deinem Atem: Du atmest frische Luft ein und verbrauchte Luft wieder aus. Übe dies nun fünf Atemzüge lang.
- Jetzt atme fünfmal ganz bewusst in deinen Bauch – weiterhing ohne Anstrengung.
- Nimm nun mit all deinen Sinnen den Weg der Luft wahr. Wie fühlt sich die Luft beim Einatmen an? Was spürst du dabei in deiner Nase? Welche Temperatur nimmst du wahr? Ist die Luft warm oder kalt? Kitzeln die Härchen in deiner Nase? Ist es angenehm oder weniger angenehm? Beobachte weiterhin den Weg der Atemluft: in der Luftröhre, in den Lungen, Bronchien, Bronchiolen. Wie tief kannst du einatmen? Welche Gefühle treten auf? Wie reagiert dein Brustkorb, dein Bauch? Bewerte nicht, beobachte nur, was sich zeigt.
- Nimm nun mit klarer Aufmerksamkeit deine Reaktionen beim Ausatmen wahr, genauso leicht wie zuvor beim Einatmen.
- Wiederhole das bewusste Ein- und Ausatmen fünfmal.
- Geh nun mit deiner Wahrnehmung bewusst zum Aus- und Einatmen und beobachte gezielt den Punkt, an dem das Einatmen ins Ausatmen und das Ausatmen ins Einatmen übergeht. Halte deinen Atem nach dem Einatmen kurz an. Übe dies fünfmal.
- Zum Abschluss, atme ein paar Mal tief durch und öffne die Augen. Spüre abschließend in dir nach, ob und inwiefern sich dein Körper, deine Gefühle und deine Wahrnehmung verändert haben.
(aus: „Gelebte Achtsamkeit – Der Königsweg zu Freiheit und Fülle“ von Kurt Tepperwein, 2010;
S 25 f.)